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Meldung

Rückblick auf den Kaminabend „Together strong, together vulnerable? Cybersecurity in EU healthcare“

Am 20. November richtete der Arbeitskreis Digitale Sicherheit in der Gesundheitsversorgung der Gesellschaft für Informatik einen Kaminabend zum Thema Cybersecurity im europäischen Gesundheitswesen aus. Die Fachbeiträge aus europäischen Institutionen und unseren Fokusgruppen zeigten eindrücklich, wie vielfältig die aktuellen Entwicklungen sind – und welche Herausforderungen noch vor uns liegen.

ENISA: Von Risiko zu Resilienz

Maria Papaphilippou von ENISA berichtete, dass der EU Health Sector Action Plan vom Januar 2025 inzwischen in der aktiven Umsetzung ist. Erste Ergebnisse liegen mit den neuen Cyber Hygiene Practices bereits vor. Die Agenda für 2026 ist mit Reifegradmodellen, Playbooks, Cyberübungen und Frühwarnsystemen prall geführt; derzeit erfolgt hierzu die Priorisierung. Das Leitmotiv für den Gesundheitssektor lautet dabei klar: From risk to resilience.

NEMC: IT-Sicherheit aus Sicht der Betreiber

Der Einblick von Kristjan Hinn (CISO des North Estonia Medical Centre) zeigte deutlich, was die Umsetzung von IT-Sicherheit in der Praxis für Betreiber bedeutet. Bis der Action Plan die operative Ebene vollständig erreicht, wird noch Zeit vergehen – doch Bedrohungslage und NIS2 sorgen bereits heute für eine volle Agenda auf Seiten der Krankenhaus-CISOs. Wichtig bleibt daher der risikobasierte Ansatz. Estland dient hier als Beispiel: Dort wurde ein spezifischer IT-Sicherheitsstandard für Krankenhäuser bereitgestellt.

Updates aus den Fokusgruppen

Die Leiter unserer Fokusgruppen gaben anschließend Einblicke in ihre laufenden Arbeiten und luden zur aktiven Mitwirkung ein:

  • Andrius Patapovas berichtete zur aktuellen Bedrohungslage und zu Aktivitäten, tagesaktuelle Informationen krankenhausspezifisch aufzubereiten und daraus Übungsszenarien abzuleiten.

  • Thomas Schläger beleuchtete den breiten und stetig wachsenden Regelungs- und Standardisierungsrahmen – mit besonderem Fokus auf die Sozialversicherungen.

  • Patrizia Heinl gab einen Einblick in eine Untersuchung zur Nutzung von KI in deutschen Krankenhäusern, woraufhin nun Sicherheitsszenarien entwickelt werden.

Wissenschaftliche Studie zur KI-Nutzung im Krankenhaus

Im anschließenden Vortrag präsentierte Patrizia Heinl Ergebnisse einer 2025 veröffentlichten wissenschaftlichen Studie. Deutlich wurde, dass KI im klinischen Alltag heute bereits breit eingesetzt wird:

  • Diktieren medizinischer Dokumente mittels Spracherkennung

  • Generierung von Entlassungsbriefen

  • Erstellung hochwertiger, strukturierter Diagnoseberichte

  • Unterstützung bei der Krebserkennung

Als kritischste Risiken im Bereich der KI im Gesundheitswesen wurden manipulierte Daten sowie unbefugte Datenextraktion identifiziert – ein klarer Auftrag, Sicherheit und Qualität im KI-Einsatz weiter konsequent in den Blick zu nehmen.